Kann ein Porzellanteller die Geschichte mehrerer Generationen erzählen, in der sich der Luxus großer Magnaten mit dem grauen Alltag der Nachkriegszeit verflechtet? Das Schlesische Kulturzentrum in Nakło Śląskie lädt herzlich zu einer einzigartigen Ausstellung ein, in deren Mittelpunkt ein einziges Exponat mit einer außergewöhnlichen Geschichte steht.
Die Ausstellung vermittelt nicht nur einen Einblick in das materielle Erbe einer der mächtigsten Familien Oberschlesiens – der Henckel von Donnersmarcks –, sondern zeigt vor allem, wie zerbrechlich und zugleich unglaublich beständig die Zeugen unserer Geschichte sein können.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein originaler, mit einem Wappen verzierter Teller, der im Auftrag der Familie Donnersmarck angefertigt wurde. Auch wenn er heute durch seine kunstvolle Ausführung begeistert, klingt sein Schicksal nach dem Krieg fast unglaublich…
Der Teller entstand wahrscheinlich in einer der renommierten Manufakturen als Symbol für Prestige, Reichtum und die hohe gesellschaftliche Stellung der Schlossbesitzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte dieses einzigartige Kunstwerk in einen der Hinterhöfe von Gliwice, wo es jahrelang … zum Abtropfen von Kartoffeln diente.
Da sie die Einzigartigkeit des Gegenstands erkannte, rettete die Großmutter von Frau Zofia Malina ihn, indem sie ihn gegen einen gewöhnlichen, alltäglichen Teller eintauschte. Jahre später wurde das Kulturgut korrekt identifiziert und unentgeltlich in die Sammlung des Schlosses in Nakło Śląskie übernommen.
Ergänzt wird die Hauptausstellung durch zwei Vitrinen, in denen weitere einzigartige Exemplare von Adelsporzellan aus den berühmtesten europäischen Werkstätten ausgestellt sind. Besondere Aufmerksamkeit erregt ein kunstvoll gearbeiteter Krug mit Deckel, der mit dem Wappen der Familie von Schwerin verziert ist, sowie eine der Dynastie des Königreichs der Niederlande gewidmete Etagere, die die große Reichweite und das Ansehen der früheren Wappenaufträge verdeutlicht. Daneben wird eine Tasse mit dem Bildnis von Kaiser Franz Joseph präsentiert, die ein hervorragendes Beispiel für Gedenkporzellan darstellt, das die bedeutendsten historischen Persönlichkeiten jener Epoche begleitete.
Die Ausstellung, die inhaltlich in Zusammenarbeit mit den renommierten Experten für schlesisches Porzellan – Irena und Roman Gatys (Autoren der „Enzyklopädie des schlesischen Porzellans“) – vorbereitet wurde, ermöglicht es, in eine vergangene Epoche einzutauchen.
Dank der Ausstellung können Besucher die verborgene Bedeutung der Wappen sowie die äußerst anspruchsvollen Verzierungstechniken entdecken, die Gebrauchsgegenstände in wahre Kunstwerke verwandelten.
Das ausgestellte Exponat ist nicht nur zerbrechlicher Luxus. Es ist vor allem ein Beweis dafür, wie wertvoll es ist, der Geschichte um uns herum Aufmerksamkeit zu schenken. Dank der Großzügigkeit von Frau Zofia Malina kehrte dieser außergewöhnliche Teller dorthin zurück, wo er hingehört – in die Salons des Palastes –, um seine Geschichte den nächsten Generationen zu erzählen.
Ausstellungsort: Zentrum der Schlesischen Kultur in Nakło Śląskie
Die Ausstellung entstand dank einer Spende von Frau Zofia Malina sowie der fachlichen Unterstützung von Irena und Roman Gatys; die Wappen der Familie Hencel von Donnersmarck wurden mit freundlicher Genehmigung von Herrn Arkadiusz Kuzio-Podrucki verwendet.
Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 17:00 Uhr).
Eintrittspreis ausschließlich für die Sonderausstellung: 5 PLN